Studienmonitor

Studien zum Thema Verpackungsgestaltung, Markenführung und Branding:

Studie: "Die Verpackung als Qualitätskriterium"

Zu den Unterschieden der Verpackungsgestaltung von biologischen und konventionellen Lebensmitteln

Im Fokus der Diplomarbeit stehen Verpackungen von Bio-Produkten, im Speziellen deren Gestaltungweisen und Eigenschaften. Mit Hilfe einer Einführung in den Bereich Verpackung und deren Definition, Funktion und Wirkung und einem anschließenden Überblick über die Kriterien von Bio-Produkten soll eine Basis für die danach folgende Analyse geschaffen werden.

Mit Hilfe der Semiotischen Analyse wird untersucht, in wieweit sich die Verpackungen von Bio-Produkten zu denen von konventionellen Produkten tatsächlich unterscheiden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Verpackungen der Bio-Eigenmarken „Ja!Natürlich“ von Billa und „Natur*pur“ von Spar, die mit einem jeweiligen Gegenstücken aus dem regulären Sortiment vergleichen werden. Für die detailierte Beschreibung wurden die Produktgruppen Milch und Pasta herangezogen. Zur Bestätigung der Ergebnisse befinden sich im Anhang weitere Beispiele wie Eier, Äpfel, Mehl und Joghurt. Bei der Analyse konnte man sehr schnell erkennen, dass das einzige wirklich aussagekräftige Merkmal eines Bio-Produktes das Bio-Siegel ist. Nur mit Hilfe dieses Siegels kann der Kunde davon ausgehen, dass es sich um ein Produkt aus kontrolliert biologischem Anbau handelt. Einzelne Bio-Linien, zum Beispiel „Ja!Natürlich“ und „Natur*pur“, verwenden jeweils eine spezielles optisches Stilmittel bei der Verpackungsgestaltung, um für den Kunden einen entsprechenden Wiedererkennungswert zu schaffen.

Bei der Marke „Ja!Natürlich“ zieht sich das Element der schraffierten Grafik der Landschaft auf allen Produkten durch. Auf den ersten Blick kann man auch bei „Natur*pur“ einen optischen Zusammenhang erkennen: durch die Verwendung der Blumenwiese als Hintergrund. Bei näherer Betrachtung scheint es, als gäbe es jedoch keine wirklich einheitliche Verpackungslinie, da das Element der Blumenwiese nicht bei allen Produkten der Marke eingesetzt wird. Bei der Verpackungsgestaltung von Bio-Produkte werden sehr häufig die Farben Grün und Braun verwendet, da diese in erster Linie mit Natur bzw. Natürlichkeit in Verbindung gebracht werden. Ein echtes Kriterium für ein Bio-Produkt ist dies jedoch nicht, genauso wenig wie die Verwendung von Landschaftsbildern oder sonstigen Beispielen aus der Natur. Bei Lebensmittel aus konventioneller Erzeugung werden ähnliche oder zum Teil sogar die gleichen Elemente verwendet, um das Produkt optisch aufzuwerten und um Aufmerksamkeit des Kunden zu erlange. Egal wie die Verpackung grafisch oder farblich gestaltet wurde, egal welche Texte, Symbole, Bilder oder Tabellen abgebildet sind, das einzige Kriterium für eine garantierte Bio-Qualität ist das Bio-Siegel.

Mehr zur Studie:
Original-Titel: „Die Verpackung als Qualitätskriterium“
Autoren: Karin Haslecker
Jahr: 2009
Stichworte: Bio-Produkte, Bio-Siegel, Natürlichkeit, Bio-Marken, Bio-Eigenmarken, Bio-Lebensmittel
Marken/Fallstudien: „Ja!Natürlich“/ Billa, „Natur*pur“/ Spar (Österreich)

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